Tatort im März 2026

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März 2026
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Neue Tatort Folgen im März 2026

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März – Wenn der Tatort den Frühling überholt

Der März macht keine Versprechen. Er ist weder Winter noch Frühling, weder drinnen noch draußen. Und genau deshalb passt er so gut zum Tatort: Die Reihe hält sich an keine Jahreszeit, keine Stimmung, kein Schema. Über 130 Folgen liefen erstmals im März – und eine davon wurde zur meistdiskutierten Schulstunde, die das deutsche Fernsehen je hatte.

Geburtstage im März

Der 26. März gehört Axel Prahl. Als Frank Thiel, der unwillige Kommissar aus Münster, der eigentlich lieber Würstchen brät als Mörder jagt, hat er eine Figur mitgeschaffen, die längst Kultstatus besitzt. Das Münsteraner Duo mit Jan Josef Liefers als Professor Boerne ist seit Jahren das erfolgreichste Team der Reihe – und Prahl ist darin der Erdige, der Menschliche, derjenige, dem man abnimmt, dass er eigentlich keinen Bock hat. Genau das macht ihn unwiderstehlich.

Mark Waschke, geboren am 10. März, spielt Robert Karow in Berlin – einen Ermittler, der anders funktioniert als die meisten seiner Kollegen: kühler, kantiger, mit einer Vergangenheit, die ihn nie ganz loslässt. Berlin hat im Tatort immer besondere Figuren hervorgebracht, und Karow gehört dazu.

Anna Schudt, Jahrgang 1974, feiert am 23. März Geburtstag. Als Martina Bönisch in Dortmund ist sie Teil eines der ungewöhnlichsten Ensembles der Reihe – vielschichtig, unbequem, nah an der Wirklichkeit einer Stadt, die sich selbst neu erfindet.

Delia Mayer, geboren am 8. März, bringt als Elisa Ritschard die Schweizer Gelassenheit in die Reihe, und Friedrich Mücke, Jahrgang 1981, spielte als Henry Funck in Weimar einen Ermittler, dem man seine Unsicherheit anmerkte – was ihn interessant machte.

Folge des Monats: Reifezeugnis (1977)

Am 27. März 1977 lief „Reifezeugnis“ – und 25 Millionen Menschen schauten zu. 67 Prozent Marktanteil. Regie: Wolfgang Petersen, der später mit „Das Boot“ Weltkarriere machen sollte. Die Folge erzählt von einer Schülerin, die eine Affäre mit ihrem Lehrer hat, und von einem Mord, der alles komplizierter macht. Nastassja Kinski spielte die Schülerin. Es war eine der ersten Rollen ihres Lebens.

„Reifezeugnis“ wurde damals so intensiv diskutiert wie kaum eine andere Tatort-Folge: in Schulen, in Zeitungen, in Familien. Sie traf einen Nerv, weil sie ein Tabu berührte – ohne es zu verharmlosen. Wer die frühe Bundesrepublik verstehen will, findet hier einen Spiegel. Und wer einfach gutes Fernsehen sehen möchte, ebenfalls.

Die Zahl des Monats: 25.050.000

So viele Zuschauer sahen „Reifezeugnis“ am 27. März 1977 – die höchste jemals für eine März-Folge gemessene Reichweite. Deutschland hatte damals rund 61 Millionen Einwohner. Fast jeder dritte saß an diesem Abend vor dem Fernseher. Eine Zahl, die heute kaum noch vorstellbar ist – und die zeigt, was der Tatort einmal war: das gemeinsame Abendprogramm einer ganzen Nation.