Mafiamorde oder offene Rechnungen unter Anwälten? Thiel und Boerne ermitteln im Tatort Münster „Ein Freund, ein guter Freund“.
Ritter und Stark, das Tatort-Ermittlerteam aus Berlin, ermitteln im Kunstmilieu und sinnieren dabei über „die Unmöglichkeit, sich den Tod vorzustellen“…
Harald Krassnitzer in seinem 40. Tatort-Fall aus Wien: In „Wehrlos“ ermitteln Moritz Eisner und Bibi Fellner in den eigenen Reihen des Polizeiapparates.
Es ist ein Phänomen, das den Sonntagabend in Deutschland seit mehr als fĂĽnf Jahrzehnten prägt: der „Tatort“. Was 1970 mit einer ersten Folge begann, die noch mitten im Kalten Krieg die deutsch-deutsche Grenze ĂĽberquerte, ist längst mehr als nur eine Krimireihe . Es ist ein gesellschaftliches Ereignis, ein Spiegel der Gegenwart – und fĂĽr uns im Sendegebiet des Bayerischen Rundfunks vor allem eines: ein StĂĽck Heimat.
Ob in MĂĽnchen, in der fränkischen Provinz oder im ländlichen Oberbayern – die Fälle, die der BR produziert, leben von der Authentizität ihrer Schauplätze und der Verbundenheit mit den Menschen hier. Diese regionale Verankerung ist kein Zufall, sondern die Idee, die der „Tatort“-Erfinder Gunther Witte einst prägte: Jeder Sender soll dort ermitteln lassen, wo er zu Hause ist . Und so ist der BR dieser Tradition seit Beginn an treu geblieben. Von Gustl Bayrhammer als erstem Kommissar Veigl, der mit seinem Rauhaardackel durch die MĂĽnchner StraĂźen zog, ĂĽber Helmut Fischer als Ludwig Lenz bis hin zu den heutigen Ermittlern – die Teams spiegeln die Vielfalt Bayerns wider .
Dabei ist die Geschichte des BR-„Tatorts“ auch eine der ständigen Erneuerung. Nach einigen Experimenten in den 80er-Jahren etablierte sich 1991 mit einem damals noch jungen, unbekannten Duo ein neues Zeitalter: Ivo Batic und Franz Leitmayr, gespielt von Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl, prägen seither das Bild des MĂĽnchner „Tatorts“ und gehören inzwischen zu den dienstältesten Teams der gesamten Reihe . Ihre Fälle, oft dĂĽster und gesellschaftskritisch, sind untrennbar mit der Landeshauptstadt verbunden – vom Viktualienmarkt bis zum Glockenbachviertel .
Doch der BR schaut ĂĽber den Tellerrand der Landeshauptstadt hinaus. Mit der AnkĂĽndigung eines eigenen „Tatorts“ aus Franken wurde der Wunsch nach noch mehr Regionalität greifbar . Die Idee einer ĂĽberregionalen Mordkommission mit Sitz in NĂĽrnberg zeigt, wie wichtig es dem Sender ist, die gesamte kulturelle Vielfalt des Freistaats abzubilden – von Unterfranken bis in die Oberpfalz . Auch wenn solche Entwicklungen Zeit brauchen, versprechen sie neue Perspektiven und frische Ermittler-Charaktere.
Ob im GroĂźstadtdschungel, in der bayerischen Provinz oder in den historischen Gassen NĂĽrnbergs: Der Reiz des „Tatorts“ liegt in seiner Vielfalt. Jede Region hat ihren eigenen Ton, ihren eigenen Humor, ihre eigenen AbgrĂĽnde.
Nutzen Sie die Gelegenheit und stöbern Sie in der Übersicht oben. Vielleicht ist ja der eine oder andere Klassiker aus unserem Hause dabei, der Sie auf eine Reise in die jüngere Fernsehgeschichte Bayerns mitnimmt.