September – Die Rückkehr des Tatorts
Der September ist der Monat, in dem Deutschland wieder nach Hause kommt. Der Urlaub ist vorbei, die Abende werden kürzer, und der Sonntagabend bekommt wieder sein Gewicht zurück. Für den Tatort ist der September traditionell ein starker Monat – über hundert Erstausstrahlungen, regelmäßig hohe Marktanteile, und eine Geburtstagsliste, die zwei der bekanntesten Gesichter der Reihe versammelt.
Geburtstage im September
Maria Furtwängler, geboren am 13. September, spielt Charlotte Lindholm – die hannoversche Kommissarin, die als eine der wenigen der Reihe bundesweit ermittelt, mal in Niedersachsen, mal anderswo, immer auf Achse. Lindholm ist eigenständig, manchmal unbequem, eine Figur, die nicht in ein Schema passt. Furtwängler spielt sie seit 2002 mit konstantem Engagement und hat dem Tatort damit eine seiner beständigsten Figuren gegeben.
Harald Krassnitzer, geboren am 10. September, ermittelt als Moritz Eisner in Wien – gemeinsam mit Adele Neuhauser als Bibi Fellner eines der populärsten Duos der gesamten Reihe. Eisner ist der Geduldige, der Bodenständige, derjenige, der die Scherben aufsammelt, die Fellner hinterlässt. Krassnitzer spielt ihn mit einer stillen Verlässlichkeit, die dem Duo seinen Halt gibt.
Dagmar Manzel, Jahrgang 1958, feiert am 1. September Geburtstag. Als Paula Ringelhahn in Nürnberg brachte sie einem Standort frisches Leben, der zuvor andere Gesichter kannte. Richy Müller, geboren am 26. September, spielt Thorsten Lannert in Stuttgart – den erfahreneren, ruhigeren Part eines Duos, das seit Jahren zu den verlässlichsten der Reihe gehört.
Christian Ulmen, Jahrgang 1975, feiert am 22. September Geburtstag. Als Lessing in Weimar ist er die andere Hälfte des vielleicht ungewöhnlichsten Duos im aktuellen Tatort – an der Seite von Nora Tschirner als Kira Dorn bildet er ein Paar, das Leichtigkeit in die Reihe bringt, ohne sie zu verflachen. Und Anna Pieri Zuercher, geboren am 16. September, ermittelt als Isabelle Grandjean in Zürich mit einer Präzision, die zum Schweizer Tatort passt wie kaum etwas anderes.
Folge des Monats: Das fehlende Gewicht (1973)
Am 30. September 1973 lief „Das fehlende Gewicht“ – Regie: Rolf von Sydow – und erzielte 68 Prozent Marktanteil. Es ist die höchste je für einen September gemessene Quote in der Reihengeschichte. Die Folge zeigt den Tatort in seiner frühesten, produktivsten Phase: Die Reihe war noch jung genug, um zu experimentieren, und schon etabliert genug, um ein Massenpublikum zu erreichen. 68 Prozent im September – das ist kein Zufall, das ist ein Format, das seinen Moment gefunden hatte.
Die Zahl des Monats: 104
104 Erstausstrahlungen im September – deutlich mehr als in den Sommermonaten, aber noch nicht ganz auf dem Niveau des Winters. Der September ist der Übergangsmonat, der Anlaufmonat, das erste Kapitel des Tatort-Herbstes. Wenn die Tage kürzer werden, wird der Sonntag wieder zum Fernsehabend. Und der Tatort ist der erste, der davon profitiert.