Tatort im Juli 2026

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Juli 2026
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Juli – Der Monat gehört Schimanski
Der Juli ist heiß, laut und ungemütlich. Kein Wunder, dass er der Geburtsmonat von Horst Schimanski ist. Götz George, geboren am 23. Juli 1938, schuf mit dem Duisburger Kommissar eine Figur, die den Tatort für immer verändert hat. Vor Schimanski war der Tatort seriöses Sonntagabendfernsehen. Nach Schimanski war er auch Kult. George starb im Juni 2016 – aber Schimanski lebt, in Wiederholungen, in Zitaten, in der kollektiven Erinnerung einer ganzen Fernsehgeneration.

Geburtstage im Juli
Der 23. Juli ist ein außergewöhnliches Datum im Tatort-Kalender. Götz George ist an diesem Tag geboren – und mit ihm zwei weitere Darsteller: Rufus Beck, der als Stefan Stoll in Frankfurt ermittelte, und Patrick Güldenberg als Robert Petersen. Drei Tatort-Schauspieler, ein Geburtstag. Aber natürlich dominiert an diesem Tag einer.
Schimanski war schmutzig, laut, rücksichtslos und durch und durch menschlich. George spielte ihn mit einer physischen Präsenz, die das Fernsehen selten gesehen hatte. Die Lederjacke, das Duisburger Idiom, die Wut auf alles Bürgerliche – Schimanski war kein Kommissar, den man mochte, weil er nett war. Man mochte ihn, weil er echt wirkte.

Charles Brauer, geboren am 3. Juli, spielte Peter Brockmöller – Stövers Partner in Hamburg, die andere Hälfte eines der beliebtesten Duos der Reihe. Wo Krug Charme hatte, brachte Brauer Erdung. Zusammen waren sie unschlagbar.

Ulrich Tukur, Jahrgang 1957, feiert am 29. Juli Geburtstag. Als Felix Murot in Wiesbaden spielt er den philosophischsten, rätselhaftesten Kommissar der aktuellen Reihe – ein Ermittler, der manchmal lieber Klavier spielt als Verdächtige befragt, und dessen Folgen regelmäßig die Grenzen des Formats sprengen.

Hannelore Elsner, geboren am 26. Juli 1942, spielte Lea Sommer – eine der wenigen Kommissarinnen der frühen Jahre, als Frauen in Führungsrollen im deutschen Fernsehen noch die Ausnahme waren. Sie starb 2019. Und Almila Bagriacik, Jahrgang 1990, bringt als Mila Sahin in Kiel eine neue Generation in die Reihe: jung, präzise, mit einem anderen Blick auf die Welt.

Folge des Monats: Schüsse in der Schonzeit (1977)
Am 17. Juli 1977 lief „Schüsse in der Schonzeit“ – 57 Prozent Marktanteil, über 20 Millionen Zuschauer. Für einen Sommermonat, in dem die Menschen eigentlich draußen sitzen, eine bemerkenswerte Zahl. Der Juli hat mit nur 59 Erstausstrahlungen nach dem Juni die zweitniedrigste Gesamtzahl aller Monate – aber wenn der Tatort im Sommer läuft, läuft er offenbar trotzdem. Das Publikum bleibt dem Sonntagabend treu, auch wenn es draußen hell ist.

Die Zahl des Monats: 59
59 Erstausstrahlungen im Juli – gemeinsam mit dem Juni der ruhigste Bereich des Tatort-Jahres. Der Sommer legt die Reihe nicht lahm, aber er verlangsamt sie. Was bleibt, sind die Figuren. Und eine davon, geboren am 23. Juli, hat das deutsche Fernsehen so nachhaltig geprägt wie kaum eine andere: Horst Schimanski. Götz George hätte im Juli Geburtstag. Er feiert ihn nicht mehr – aber der Tatort erinnert sich.