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Tatort am 29.04.2019


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Am 29. April 2007 flimmerte zum ersten Mal der Münchner Tatort „Der Finger“ über die Fernsehbildschirme der Republik. Es war bereits der 45. Fall für das eingespielte Team um Ivo Batic und Franz Leitmayr, seit 1991 dargestellt von Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl. Mit 6,43 Millionen Zuschauern am Premierenabend des 29.04.91 lag diese Folge zwar nur im unteren durchschnittlichen Bereich für eine Tatort-Erstausstrahlung, dennoch gehört das Münchner Ermittlungsteam seit seinem Einstand zu den beliebtesten der Tatort-Reihe.

Wiederum hatte der Bayerische Rundfunkt diesen München-Tatort produziert. Vom 10. Oktober bis 10. November 2006 brauchte das Filmteam von Bavaria Film und dem Produktionsteam von Fürstenberg, um alle Szenen im Kasten zu haben. Drehorte waren München und Lenggries gewesen.
 
Von „urbayerisch“ bis Schickimicki: Der Tatort München
Der Tatort aus München hat eine lange Tradition in der Geschichte der Tatort-Reihe. Sie begann mit dem Oberinspektor bzw. Kriminalhauptkommissar Melchior Veigl, der von dem vom Publikum gern gesehenen Münchner Schauspieler Gustl Bayrhammer verkörpert wurde. In Insgesamt 15 Kriminalfällen innerhalb von neun Jahren zwischen 1972 und 1981 ermittelte der gemütliche Beamte. Immer mit dabei war sein Dackel Oswald. Schon damals wurde er von seinen Kollegen Ludwig Lenz und Josef Brettschneider bei der Ermittlungsarbeit unterstützt.

Lenz sollte nach Veigls Karriereende beim Tatort dessen Job übernehmen und selbst zum leitenden Ermittler werden. Von 1981, als Veigl in die wohlverdiente Rente ging, bis 1987 wurde der Tatort München also durch Hauptkommissar Ludwig Lenz‚ Art geprägt. Schlagartig war dieser nun nicht mehr nur der „Laufbursche“ des dominanten Melchior Veigls, sondern ein Kommissar, der eigenverantwortlich handeln und selbst Mitarbeiter delegieren konnte. Helmut Fischer füllte die Figur von Fahnder Lenz mit Leben aus.

Nach 1987 musste sich der Bayerische Rundfunk nach einem Nachfolger von Fischer umschauen, um das erfolgreiche Konzept des Münchner Tatorts fortführen zu können. Erst 1990 wurden die Sendeanstalt in Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl fündig. Die beiden talentierten Darsteller passten perfekt in die Rollen von Batic und Leitmayr, die den Tatort München wiedererwecken sollten. Die zwei sollten zu den beliebtesten Ermittlern der gesamten Tatort-Reihe avancieren – im Jahr 2015 feierten sie ihr 25. Dienstjubiläum. Nur die Ludwigshafener Kommissarin Lena Odenthal, gespielt seit jeher von Ulrike Folkerts, kann da mithalten und das Tatort-Team aus Bayern sogar um ein Jahr überbieten.

Doch was macht den Erfolg des München-Tatorts aus? Es können nicht allein die sympathischen Hauptdarsteller sein. Die mögliche Lösung: Die bayerische Landeshauptstadt wird konsequent in die Handlungsstränge aller Episoden eingebunden, und das ist nicht (mehr) selbstverständlich für einen Tatort. Viele Tatorte spielen in Vororten oder im Umland und zeigen kaum noch Bilder der Stadt, in der die Teams eigentlich arbeiten. Auch regionale Besonderheiten wie das jährlich gefeierte Oktoberfest oder die Tradition des frisch gebrauten Bieres werden thematisiert. Das Publikum – insbesondere der Region München – fühlt sich dadurch stärker angesprochen und mit dem Tatort verbunden. Edle Boutiquen und zugleich urige Kneipen im Herzen Münchens sind es, die gezeigt werden.
Die Emotionen sind es schließlich, die Bindung erzeugen.


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