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Tatort am 11.06.2019


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An einem 11. Juni gab es bisher noch keine Tatort-Erstausstrahlung. Zeit genug, um sich einmal mit dem Erfinder dieser Krimiserie zu beschäftigen. Wenige der vielen Tatort-Fans wissen es, dass sie ihren spannenden Sonntagabend Gunther Witte zu verdanken haben. Dabei war es fast nur ein Zufall, der den Tatort ins Leben gerufen hat, denn eigentlich war Gunther Witte von Krimis nicht sehr angetan gewesen, als er 1969 als Dramaturg beim WDR arbeitete. Der damalige Fernsehspielchef Günter Rohrbach gab ihm den Auftrag, für die ARD eine Konkurrenz zur ZDF-Serie „Der Kommissar“ zu entwickeln.

Bei seinen Überlegungen fiel Gunther Witte die Krimi-Dokumentation „Es geschah in Berlin“ ein, die in den 1950er Jahren von Rias produziert worden ist. Auf Basis dieser Serie entwickelte er die Grundregeln für den Tatort, die noch heute gültig sind. Es gibt immer einen Ermittler, die Fälle spielen im realen Umfeld der Zuschauer und haben außerdem noch einen regionalen Bezug. Besonders die Regionalität wird als Ursache dafür gesehen, dass der Tatort immer noch so lebendig ist. Da in allen Landesrundfunkanstalten verschiedene Kommissare im Einsatz sind, ist auch ein Wechsel des Ermittlers kein Problem und bedeutet nicht gleichzeitig auch das Ende der Serie. Was heute allerdings als Stärke des Formats gesehen wird, erschien in der Planungsphase jedoch eher als ein großes Wagnis. Daher hat es auch lange gedauert, bis die Intendanten alle zugestimmt haben. Als es dann aber 1970 mit dem Tatort losging, hatte Gunther Witte viel zu tun, denn seine Aufgabe war es, als Koordinator alle Rundfunkanstalten der ARD zu betreuen. Ab 1979 bis 1998 war er dann als WDR-Fernsehspielchef für den Tatort tätig.

Es war für ihn jedoch nicht immer eine leichte Arbeit. Kressin entsprach zum Beispiel gar nicht seinen Vorstellungen eines Kommissars, aber nicht immer konnte Witte seine Meinung durchsetzen. Allerdings gelang es ihm, die Tatortlänge von 90 Minuten zu erhalten, denn in den 1980er Jahren kam die Überlegung auf, die Folgen auf 60 Minuten zu verkürzen. Zu den Highlights in der Geschichte des Tatorts zählt er die Episode „Reifezeugnis“ mit Nastassja Kinski und den Schimanski-Tatort „Moltke“, der 1988 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Von allen Ermittlern ist Schimanski immer noch Wittes Lieblingskommissar und mit Thanner kann er sich sogar persönlich identifizieren. Unter den noch tätigen Kommissaren gefällt ihm das Duo Thiel und Boerne aus Münster am besten. Inzwischen lebt Gunther Witte wieder in seiner Berliner Heimat und widmet sich seiner Passion des Theaters. Den Tatort schaut er sich am Sonntagabend, wenn er zu Hause ist, aber immer noch gerne an.


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