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Tatort am 01.04.2019


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April, April! Heute, am 1. April, dürfen Sie sich mit Ihren Mitmenschen einen Scherz erlauben. Der Brauch jemanden „in den April zu schicken“ ist schon sehr alt, erstmals in Deutschland dokumentiert wurde diese Redewendung 1618 in Bayern. Wie genau es allerdings dazu kam, dass man ausgerechnet den 01.04. für das Treiben von Schabernack nutzt, darüber ist nichts bekannt. Historisch belegt ist aber, dass der 1. April – wie andere bestimmte Kalendertage auch – bereits in der Antike zu den „Unglückstagen“ gezählt wurde. Freitag der 13. dürfte im Allgemeinen mindestens so bekannt sein wie der 1. April.
 
Kein Aprilscherz ist, dass in der Vergangenheit schon vier Erstausstrahlungstermine für frisch produzierte Tatorte auf genau jenen 1.4. fielen. Das war natürlich ein Zufall. Den Anfang machte die Folge Nummer 28 „Stuttgarter Blüten“, eine frühe SDR-Produktion aus dem Jahr 1973. Dies war der dritte Einsatz für Hauptkommissar Lutz, gespielt von Werner Schumacher. Eugen Lutz war in seinen Auftritten immer etwas mürrisch, trotzdem liebte ihn das Tatort-Publikum. Bei der Erstsendung des Stuttgart-Tatorts am 01.04.1973 schalteten 71 Prozent aller Fernsehzuschauer die ARD ein – ein überragendes Ergebnis und heute in Zeiten der Sendervielfalt kaum mehr denkbar.

Viele Jahre später, erst am 1.4.1991, fiel wiederum eine Tatort-Premiere auf einen 1. April: „Kameraden“ hieß die Episode mit Detektivwachtmeister Reto Carlucci aus Bern. Dargestellt wurde der Schweizer Ermittler in seinen zwei Einsätzen in den 90er Jahren von dem Schauspieler Andrea Zogg. „Kameraden“ war Carluccis erster Tatort-Fall, somit fand eine doppelte Premiere am 1. April 1991 im Fernsehen statt. Der Wachtmeister war noch recht jung, Anfang 30, und hatte eine sehr sture Art an sich. Am liebsten wollte er stets mit dem Kopf durch die Wand, um seine Ziele zu erreichen. Seine gefühlvolle Seite versteckte der Ermittler unter einer harten Schale. Mit seinen Kollegen arbeitete Carlucci am lieben auf Augenhöhe – Hierarchien waren nichts für ihn. Der Schweizer Detektiv zählt mit seinen zwei gelösten Fällen zu den Tatort-„Eintagsfliegen“.

Auch „Die Anwältin“, ein Beitrag des MDR, lief erstmals an einem 1. April im deutschen Fernsehen. Die Leipziger Kommissare Bruno Ehrlicher und Kain, gespielt von Peter Sodann und Bernd Michael Lade, lösten ihren drittletzten Fall zum ersten Mal am 01.04.2007 in der ARD. Die Dreharbeiten fanden vier Wochen lang im August und September 2006 in Leipzig statt. Knapp 8 Millionen Zuschauer erzeugten einen Marktanteil von 22,4 Prozent am Premierenabend des 1.4.07.

„Alles hat seinen Preis“ mussten die zwei Berliner Hauptkommissare Till Ritter und Felix Stark erstmals am 01.04.2012 feststellen. Wie immer verkörperten Dominic Raacke und Boris Aljinovic das Ermittler-Duo des Berliner Tatorts. Die RBB-Produktion erzielte bei ihrer Erstausstrahlung eine Quote von 8,2 Millionen – ein gutes Ergebnis. Die Handlung dreht sich dabei um einen Mord im Milieu der Taxiunternehmen; das war, den ersten Indizien nach zu urteilen, ein Fall von Raubmord gewesen.

Last, but not least: „Macht und Ohnmacht“, ein München-Tatort mit dem Kripoteam Batic und Leitmayr. Am 1. April 2013 untersuchten die zwei bayerischen Kommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr, gespielt von Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl, erstmalig ihren neuen Fall. Sie trafen darin auf ihren ehemaligen Kollegen und Freund Carlo Menzinger, dargestellt von Michael Fitz, der mittlerweile als Hotelier in Thailand arbeitete. Er war zu Besuch in seiner alten Heimat München, um seine Hochzeit zu organisieren – und geriet prompt in einen Kriminalfall. Die Erstausstrahlung dieser Tatort-Folge Nummer 868 erzielte eine Einschaltquote von 9,3 Millionen, ein voller Erfolg für den Produktionssender BR und die ARD.

 
Ein weiteres Ereignis aus der Welt des Tatorts darf am 1. April gefeiert werden: der Geburtstag der Schauspielerin Tessa Mittelstaedt, die knapp 13 Jahre lang den beiden Kölner Kommissaren Max Ballauf und Freddy Schenk assistierte. Als Franziska Lüttgenjohann spielte sich Mittelstaedt in die Herzen der Tatort-Fans. Ihr Ausstieg aus der Tatort-Reihe am 05.01.2014 mit dem Titel „Franziska“ war so brutal und hart, dass der Film erst im späten Abendprogramm der ARD gezeigt werden durfte: anders als üblich startete dieser Köln-Tatort bei seiner TV-Premiere aus Jugendschutzgründen also erst um 22.00 Uhr, und nicht um 20.15 Uhr. Der Termin der Erstsendung wurde auch mehrfach verschoben.
Tessa Mittestaedt, die am 01.04.1974 in Ulm geboren wurde, lebt heute in Berlin.


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