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Tatort am 19.07.2017


  • Tatort - Mord ist die beste Medizin

    Tatort - Mord ist die beste Medizin

    Mi 19.07.2017 um 22:00 SWR
    Thiel und Boerne | Tatort Münster | 2014
    Ein Mordanschlag im Botanischen Garten stellt Kommissar Thiel und Prof. Boerne im Münster-Tatort „Mord ist die beste Medizin“ vor ein schwieriges Rätsel.

  • Tatort - Rendezvous mit dem Tod

    Tatort - Rendezvous mit dem Tod

    Mi 19.07.2017 um 22:05 MDR
    Saalfeld und Keppler | Tatort Leipzig | 2011
    Kommissar Keppler hat im 10. Leipziger Tatort beinahe selbst ein „Rendezvous mit dem Tod“, nur seine Kollegin Eva Saalfeld kann ihn noch retten...


Einen Tatort gab es bisher an einem 19. Juli noch nicht zu sehen. Das gibt uns wieder die Zeit und die Gelegenheit, über diese Krimi-Serie genauer nachzudenken. Denn inzwischen ist klar, dass der Tatort an einem Sonntagabend nicht nur spannende Unterhaltung ist, sondern auch eine gesellschaftspolitische Bedeutung hat. Dazu zählen auch die Konflikte der unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten. Besonders deutlich wurde dies durch die Rolle des Kommissars Schimanski, der eindeutig ein Vertreter des Arbeitermilieus war. Durch Figuren wie ihn bereitet der Tatort immer wieder aktuelle gesellschaftlich brisante Themen auf, die aus den Konflikten der verschiedenen gesellschaftlichen Schichten entstehen können.

Auch die deutsche Teilung war ein wichtiges Thema, das häufiger angesprochen wurde. Bereits die allererste Folge mit dem Titel „Taxi nach Leipzig“, aber auch „Transit ins Jenseits“ oder die Episode „Unter Brüdern“ behandelten die Problematik West- und Ost-Deutschland. Interessant für den Zuschauer sind auch die Folgen, die ein spezielles Milieu näher beleuchten. Dadurch können sie spannende oder erstaunliche Erkenntnisse gewinnen, die sie in der Realität häufig nicht bekommen können. Vor allem die neueren Tatort-Folgen haben häufig dieses Konzept als Basis. Bei den behandelten Milieus kann es sich zum Beispiel um die Bereiche Wirtschaft, Politik, Finanzen, Unterschichten, Jugend, Außenseiter oder auch um Vereinsleben handeln. Wichtig ist, dass es ein relativ selbständiges Milieu ist. Eine Gruppierung des organisierten Verbrechens ist dabei auch ein Milieu, das häufig verwendet wird.

Generell lässt sich sagen, dass es kein allgemeines und gewöhnliches Verbrechen in den Tatort-Folgen mehr gibt. Nur Fälle, deren Aufklärung schwierig und problematisch ist, schaffen es noch in einen Tatort. Vielmehr ist der Tatort inzwischen ein Faction-Psycho-Krimi geworden. Diese Gattung legt großen Wert auf die psychische Konstitution des Täters und stellt sie meist deutlich in den Mittelpunkt. Aber auch aktuelle Themen werden immer wieder in den Tatorten aufgegriffen. Dabei kann es sich sowohl um nationale als auch internationale Politik handeln sowie um kriegerische Auseinandersetzungen. Migration ist ein weiteres wichtiges Thema, das oft erscheint und schon häufig zu öffentlichen Diskussionen oder sogar zu Demonstrationen geführt hat. Dazu zählt zum Beispiel die Folge „Tod im U-Bahnschacht“ von 1975 oder auch die Episode mit dem Titel „Wem Ehre gebührt“, die Ehrenmord als Thema behandelt.

Dass der Tatort zunehmend in wissenschaftlichen Untersuchungen erscheint, ist meist in den gesellschaftspolitischen Aspekten begründet. Insbesondere in Soziologie, Philosophie und den Literaturwissenschaften liefert diese Krimi-Serie viel Diskussionsstoff. Nicht so genau nimmt es der Tatort allerdings häufig mal mit der Darstellung der Ermittlungs- oder auch Verhörmethoden. Meist entsprechen sie nicht der Realität oder sind sogar illegal, ohne dies explizit zu erwähnen.


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